Ernst bedeutet in diesem Zusammenhang das ich mein Hobby zu meinem Beruf gemacht habe. Ich habe 2003 eine Ausbildung zum Fachinformatiker angefangen und diese 2006 beendet. Ich bin nach der Ausbildung von meinem Ausbildungsbetrieb übernommen worden.

Ich werde hier noch einiges ergänzen aber dazu muss ich mir erst ein paar Gedanken machen.



Auf vielfachen *hust* Wunsch werde ich hier ein paar Eindrücke aus meiner Zeit als Auszubildender schildern.

Primär werde ich mich auf mein Dasein als Berufsschüler konzentrieren. Hier gibt es zwar eigentlich auch nichts zu erzählen was von Bedeutung wäre aber immerhin mehr als von der anderen Hälfte des dualen Ausbildungssystems.

Obwohl ich eine riesige Berufsbildende Schule direkt vor der Nase stehen habe meinte man das es sinnvoll sei mich nach Koblenz zu schicken. Also standen vor dem vortrefflichen Schulgenuß regelmäßig etwa 60km Autofahrt. Nicht das mich das stören würde, aber eigentlich ist es ja ökonomischer wie ökologischer Schwachsinn :)
Da sitzt man nun in...nein ich habe den wunderbaren Parkplatz mit dem Charme einer Mondlandschaft vergessen. Da fährt man nun zuerst mal auf diesen Parkplatz in der Hoffnung nicht von einem der vielen schwarzen Löcher dort verschlungen zu werden. Hat man diese Hürde genommen gilt es einen der begehrten und viel zu raren Parkplätze zu ergattern. Parkplätze bedeutet hier ein Fleckchen freien Platz mit etwa rechteckiger Grundfläche (je nachdem welches Parkwunder einen flankiert).
Jetzt sitzt man aber...in einer Schule, die mehr den Eindruck einer JVA erweckt als den einer Schule. Das liegt zwar größtenteils am Gebäude, allerdings verstärken einige der Gestalten, die dort rumlaufen, das Gefühl noch. Viele werden an diesem Punkt bestimmt das Gebäude verlassen haben, um sicherzugehen das auf dem Schild vorne auch wirklich Berufsbildende Schule Technik Koblenz steht ;)
Hat man es sich dann erstmal auf den ungepolsterten Grundschulstühlen gemütlich gemacht, so gut es denn geht ohne gleich einen neuen Satz Bandscheiben zu verbauen, geht es auch schon los mit dem was man im allgemeinen Unterricht nennt.
Die meisten Lehrer habe ich als engagierte Menschen wahrgenommen, die uns bzw. mir (ich kann ja nur für mich sprechen) wirklich etwas beibringen wollten. Die anderen waren wohl schon länger im Geschäft ;)
Also ab in die letzte Reihe (das sagt ja eigentlich schon alles) und möglichst unauffällig die Zeit rumbringen. So ähnlich wie ein PAL bei Douglas Adams, hat nur nicht richtig funktioniert. Einige Lehrer haben mich doch geweckt...äh entdeckt meine ich. Dann haben sie auch noch seltsame Fragen gestellt, die meist mit einem "Hab nicht zugehört" quittiert wurden. So war meine Ruhe am schnellsten wiederhergestellt, braucht ja keiner wissen das ich doch irgendwo wusste worums grad ging. Wie man den vorangegangenen Sätzen entnehmen kann hat mich der zu vermittelnde Stoff nicht wirklich vom Grundschulstühlchen gerissen. Entweder habe ich gelesen (natürlich nur Fachliteratur), aus dem Fenster geguckt oder versucht ein wenig zu schlafen. Das war allerdings nicht ganz einfach wegen der PAL Problematik und weil der da vorn einfach nicht ruhig sein konnte. Ehrlich gesagt gabs auch nicht viel was man hätte verpassen können, vieles war ohnehin schon bekannt. Vieles wurde auch noch bis zum Erbrechen wiederholt, damit auch der Letzte wenigstens etwas davon behalten hatte. Und dann gab es dort natürlich auch die Sorte von Lerninhalten, die sowas von überflüssig sind. Da ist die Bezeichnung Zeitverschwendung noch geschmeichelt :) Natürlich gab es auch unheimlich wichtige Dinge zu lernen, ich werde sie hier aufschreiben sollten sie mir einfallen.
Eigentlich war der ganze Schulkram nur ein lernen für die Prüfung, nicht für den Beruf. Auch die Lehrer hatten immer nur Prüfung als Ziel genannt, ob man mit dem Wissen später mal irgendwas anfangen kann war egal, es war potentieller Prüfungsstoff also musste man das mal gehört haben. Die Zwischenprüfung war olympisch, da hab ich mir eh keine Sorgen wegen gemacht. Bei der Abschlussprüfung war das anders. Die schriftliche Prüfung war ein Witz, zumindest wenn man sie vor dem Hintergrund betrachtet, dass dort eine Beurteilung einer dreijährigen Ausbildung stattfinden soll. Der praktische Prüfungsteil, also das Projekt nebst Dokumentation ist etwas anspruchsvoller, allerdings auch ziemlich fern der Realität. In 35h ein gescheites Projekt durchzuziehen...naja Schwamm drüber :)
Die Berufsschulzeit war auf jeden Fall recht entspannt und abgesehen von dem Gefühl die eigene Zeit zu verschwenden auch ohne negativen Beigeschmack ;)