Die Schule. Der Ort an dem aus dem undefiniertem Rohstoff Kind ein Mitglied unserer Gesellschaft geformt werden soll. Das eigentliche Ziel ist es die individuellen Fähigkeiten zu fördern und vorhandene Energien in sinnvolle Bahnen zu lenken. Nunja wirklich individuell habe ich nur den Namen auf dem Zeugnis wahrgenommen, er Rest war mehr oder weniger Einheitsbrei für alle. Viele Dinge die man gelehrt bekam waren nutzlos und überflüßig, vielleicht sogar schädlich. Kosteten sie doch zumindest wertvolle Zeit, die für die anderen Dinge gefehlt hat. Das es absolut notwendig ist sich in Wort und Schrift artikulieren zu können will ich gar nicht bestreiten und das auch die Grundlagen unserer Kultur vermittelt werden sollen steht für mich ausser Frage. Aber das einige Fächer dreizehn Jahre lang auf dem Plan stehen, das halte ich für falsch. Anstatt mehr Wochenstunden für elementare Fächer wie Deutsch oder Mathematik einzuplanen, gab es sowas wie Sport, Kunst und Musik. Fächer die meiner Meinung nach auf freiwilliger Basis angeboten werden sollten und nicht über die schulische Zukunft eines Schülers entscheiden sollten. Ebenso war vieles bei den naturwissenschaftlichen Fächern übertrieben. Hier sollten die Grundlagen zum Verständnis unserer Umwelt vermittelt werden, aber nicht wochenlang auf der Relativitätstheorie rumgeritten werden. Das ist vergeudete Zeit, wer sich dafür interessiert oder seine Zukunft in dem Bereich sieht wird mit dem oberflächlichen Schulwissen in der anschließenden Ausbildung ohnehin wenig anfangen können. Überhaupt wurde viel zu lange an irgendwelchen nebensächlichen Details rumgemacht. Hätte man sich auf die wichtigen Dinge beschränkt und diese in einer dem Individuum angepassten Form vermittelt wäre den Schülern mehr geholfen. Überhaupt war wie eingangs erwähnt Individualität Mangelware, fast schon nicht erwünscht. Menschen lernen nun mal unterschiedlich, schnell oder langsam, theoretisch oder praktisch, linear oder zufällig. Allerdings gab es nur für alle den gleichen Stoff in der gleichen Form. Sowohl Stoff als auch Form wiesen teilweise erhebliche Mängel auf. Der Stoff war meist antiquiert oder am Thema vorbei und die Form...nunja entweder man kam damit klar oder musste sich selbst seine eigenen Wege suchen. Ich wählte meinen eigenen Weg. Zuerst habe ich den Aufstand geprobt, rebelliert und gekämpft. Allerdings war dieser Weg nicht erfolgreich, er führte nur zu mehr Problemen. Die Gegenseite war mir einfach überlegen und irgendwann war ich des Kämpfens müde. Da ich einen Kampf nicht gewinnen konnte habe ich mich einfach weitestgehend unsichtbar gemacht. Ich bin durch meine Schulzeit geschlichen, habe mich überall durchgemogelt und wo ich konnte rar gemacht. Soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Gute Noten waren damit natürlich nicht drin, aber hauptsache den Abschluß. Papier ist wichtig in dieser Gesellschaft. Unabhängig davon wer man ist oder was man kann wird erstmal das Papier begutachtet. Dort, mit Zahlen von Menschen beurteilt die einen kaum kennen, wird über die Zukunft entschieden.

Die Schulzeit habe ich größtenteils damit verbracht mich zu langweilen oder mir irgendwelchen Ärger einzuhandeln. Gelangweilt habe ich mich wegen des geringen Tempos. Zehn Stunden und mehr an einem Thema, welches in maximal zwei Stunden erschöpfend hätte behandelt werden können. Folgendes Zitat trifft meine Situation wohl am besten:

Meine Welt fängt mit Schule an... ich bin intelligenter als die meisten in meiner Klasse, die ganze Kacke die wir beigebracht kriegen, langweilt mich...

-----Scheiss desinteressiete Gæren.
-----Die sind doch alle gleich.

Und Ärger gab es, weil der Rebell in mir hin und wieder gegen die Regeln verstoßen hat, außerdem konnten sich einige Leute mit der ihnen gegenüber zum Ausdruck gebrachten Gleichgültigkeit nicht abfinden. Ich habe oft versucht mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, mal hat es funktioniert, meistens gab es aber nur Kopfschmerzen. Man lernt durch die Erfahrungen, die man macht. Oder man lernt von seinen Vorgängern, ausser man ist so eigensinnig und stur wie ich manchmal. Da muss man sich selbst die Beule holen bevor man es den anderen glaubt. Aber irgendwann lernt man auch auf die anderen zu hören, es dauert nur einige Beulen lang.
Mag sein das meine Sicht sehr verzerrt ist, aber so ist das nunmal mit allen subjektiven Eindrücken. Das ist wie bei der Notengebung, da gibt es Lehrer die nach den Mondphasen benoten und welche die sich bemühen halbwegs objektiv zu bewerten.