Dropped at the border #9

Es ist Samstagabend und es gibt keinen Plan für Sonntag. Da schreibt Dave plötzlich, morgen gehts nach Belgien. Willste mit? Ich bin heiß wie Frittenfett und irgendwas von großen Brüsten. Das kann aber auch nur eine alkoholinduzierte Halluzination sein. Spätestens beim Frittenfett hatte er mich, das süße, flüssige Gold. Kaum zu bekommen und teurer als die guten 102 Oktan für den Tank 😀

Also bin ich in der beginnenden Abenddämmerung das Auto vom Schmutz des letzten Belgienausflugs befreien. Dank des ausgiebigen Regens war alles voll grauer Schlieren. Immerhin kein Stau mehr an der Waschanlage, der späte Vogel bekommt die Waschbox 😉 Nachdem das Auto wieder weiß war, noch kurz den Rüssel in den Tank gehalten und die Funke zum Laden aus dem Handschuhfach geborgen.

Leider ist mir der Schirm beim Hochwasser abhandengekommen, den hätte ich gut brauchen können. Der erste Blick aus dem Fenster versprach schon ein Wetter vom feinsten. Schnell noch die Kühltasche und den Klappstuhl ins Auto geworfen und ab zu ATU. Während ich auf das heisere Röhren von Daves Motor warte, werfe ich einen Blick durchs Radhaus und habe auch schon den Grund für den jaulenden Keilriemen gefunden. Die Spannschraube der Servolenkung ist mal wieder abgängig.

Bevor ich in allzu tiefe Trauer ob des Verlustes sinken kann, höre ich in der Ferne vier Zylinder, befreit wie in einer oben-ohne-Bar, einatmen. Dave ist im Anflug 🙂 Unser Ziel ist ein Rastplatz bei Kerpen, da sollen wir dann noch mehr Verrückte treffen. Also rauf auf die Autobahn und gemütlich über die rechte Spur gerollt. Nach zwei Jahren endlich mal wieder ungefilterte Abgase in der Nase 😉 Auf halbem Weg eine kleine Planänderung wegen einer Sperrung oder so. Wir haben uns auf dem selten Parkplatz getroffen, wo ich letzte Woche noch meinen Wischer auf der Beifahrerseite wieder festschrauben musste, weil der auf der Fahrerseite rumgelümmelt hat.

Nach einer Weile rollten dann vier offensichtlich getunte Autos auf den Rastplatz, das mussten die anderen Verrückten sein 😀 Weiter im Kolönnchen Richtung Belgien. Dabei mussten wir kurz über Hollands Traumstraßen fahren, neuerdings mit Tempo 100. Das verlängert den durchschnittlichen Überholvorgang auf 20 Minuten und die Abstände für einen Spurwechsel sind auch arg knapp. Nachdem wir das Eintrittgeld entrichtet haben, durften wir uns einen Platz auf dem Schulhof suchen. Die Schattenplätze waren leider schon alle belegt, uns blieb nur die Sonnenseite des Baums.

 

Nachdem dann alle die Autos geputzt, die Luft aus dem Fahrwerk gelassen und die Deko aufgebaut haben, konnte man zum gemütlichen Teil des Tages übergehen. Reden, lachen und die Exponate kommentieren. Sich nebenbei sündhaft teure lukullische Köstlichkeiten reinschrauben. Zwischendurch immer wieder mit den Stühlen umziehen, nur um dann feststellen zu müssen, dass man sich doch einen Sonnenbrand geholt hat.

Ein Kritikpunkt war die deutlich zu laute Musik, man musste sich teilweise anschreien. Außerdem lief unterschiedliche Musik auf dem Vorplatz und da wo wir waren, das klingt dann eher bescheiden 😀 Irgendwann hatte der DJ ein Einsehen mit unseren heiseren Kehlen, könnte natürlich auch nur Trick gewesen sein um den Getränkeverkauf anzukurbeln 😉 Alles in allem war es ein gelungener Tag, bis auf die Benzinpreise in Holland. Kein Wunder, dass die zu uns tanken kommen. Nur mein Frittenfett hab ich bis heute nicht 🙁