Hall of Fame 2022

Es ist Sonntag und der Wecker klingelt. Nach der pandemie- und flutbedingten Zwangspause gibt es wieder einen Grund für Bekloppte wie uns, sich an einem Sonntagmorgen aus dem Bett zu schälen. Sie finden wieder statt, unsere allseits geliebten Treffen 😀

 

Das erste Treffen in diesem Jahr steht an. Risenation hat geladen und allein das verspricht schon jede Menge lecker Autowagen. Dieses Mal verschlägt es uns nicht an ein Schloss, da werden wir später im Jahr hinfahren. Heute ist eine Indoor Veranstaltung angesagt, bei dem Blick aus dem Fenster nicht die schlechteste Idee. Der Himmel zeigt sich grau in grau und eine Regenwahrscheinlichkeit von 100 % ist vorhergesagt. Aber das ist kein Grund, den Oldtimer nicht aus der Garage zu holen. Der hat dieses Jahr mehr Meter die Bühne rauf und runter gemacht, als auf der Straße. Dem tut ein wenig Bewegung also gut (ja, mir auch, ich weiß) 😉

Kurz nach 10 Uhr ging es los Richtung Gummibärchenfabrik zu meinem Date mit Mr. Tiefenrausch himself 🙂 Der kam auch pünktlich auf seiner Rocket angeritten. Nachdem das Gepäck umgeladen und die Sicherheitsgurte angelegt waren, ging es los Richtung Belgien. Das Ziel unserer Reise war Leuven bzw. ein Gewerbegebiet in der Nähe. Prognostizierte Fahrtzeit gute zwei Stunden und etliche Wetterwarnungen.

Die Fahrt verlief abgesehen von miesen Sichtbedingungen und abschnittsweise ebensolchen Straßen recht ereignislos. Wir mussten einmal anhalten, um den Wischerarm wieder festzuschrauben. Der Beifahrerwischer hat mein Fahrersichtfeld plötzlich mit gewischt, da hat der nichts verloren 🙂 Wieder daheim habe ich gesehen das er sich wieder etwas gelöst hat, wird wohl doch Zeit für ein neues Wischergestänge.

Wir sind im Regen am Gelände angekommen und wurden von einer jungen Frau auf Französisch begrüßt. Eine Sprache derer wir beide nicht mächtig sind, aber zum Glück waren wir nicht in Frankreich und so kamen wir auch mit Englisch weiter. Nachdem das Eintrittsgeld entrichtet worden war, ging es auf Parkplatzsuche. Schließlich wollten wir keine 10min durch den strömenden Regen laufen. In der Nähe der Halle haben wir einen Platz gefunden, mit einem roten Zweier als Nachbarn. Mit Kamerarucksack und Regenschirm bewaffnet haben wir uns auf die Suche nach dem Eingang gemacht. Türen gab es viele, aber die offenen zu finden…

Soweit das Vorgeplänkel. Erstmal orientieren, im Eingangsbereich gab es Sitzgelegenheiten, Cocktails und andere Getränke. Dahinter konnte man sich mit Kleidung und Accessoires eindecken. Dazwischen standen schon einige sehr schöne Autos. Besonders die Käfer haben uns im Laufe des Tages verwirrt, alle hatten die Spiegel vorn am Kotflügel und wir waren uns kurz nicht mehr sicher, ob die Spiegel an den Türen nur in unserer Fantasie existiert haben 😀

Danach ging es in die Haupthalle, den Veranstaltern nach etwa 6000 m² groß. Aber zum Glück wurde hier nicht auf Gewinnmaximierung wert gelegt, sondern auf eine gute Präsentation der Fahrzeuge. Die Autos standen sehr “luftig” mit viel Abstand zueinander. So konnte man von allen Seiten wunderbar schauen und fotografieren. Die schwarz abgehangenen Wände haben ebenfalls gut dazu gepasst. Man hätte auch doppelt so viele Autos hier unterbringen können, ohne dass es wirklich eng geworden wäre. Das hier war schon fast dekadent, aber für uns Gäste ein Traum.

Die Qualität der ausgewählten Fahrzeuge und auch die Mischung quer durch Hersteller, Baujahre und Stile war mal wieder top. Aber das bekommt Risenation regelmäßig gut hin. Meiner Meinung nach war das Altblech leicht dominierend, aber das kam unserem Geschmack entgegen. Einzig die Musik war, wenn man in der Nähe der Bühne stand, etwas zu laut. Ein paar Akkus und einen Objektivwechsel später, haben wir uns doch mal getraut die Nase in den Regen halten. Draußen gab es schließlich auch noch genug Autos zu sehen. Außerdem sind Pfützen gut für schöne Spiegelungen.

Zum Glück war es angenehm warm und relativ wenig Wind, so ließ es sich mit dem Regen leben. Der Regen hat natürlich trotzdem seinen Tribut gefordert, es war ein beständiges Gehen im Außenbereich. Das war bei den Veranstaltungen in der Vergangenheit nicht anders. Manche Regenschauer hat ein Treffen schon aufgelöst. Das führt mich auch zum einzigen Kritikpunkt (abgesehen von den belgischen Autobahnen). Durch den ins Wasser gefallenen Außenbereich war es ein eher kleines Treffen. Dafür können die Veranstalter nichts, das ist einfach Pech. Ohne den Regen wäre draußen bedeutend mehr los gewesen und man hätte sich dort auch auf dem Klappstuhl verewigen können 😀

Alles in allem hat sich der Trip gelohnt, endlich mal wieder dem Hobby frönen und andere Menschen mit dem gleichen Schaden treffen. Manch einer mag die Nase rümpfen ob der Profanität, unsere Kunst hat halt einfach Räder. Andere laufen durchs Museum und schauen sich Bilder an, bei uns ist die Leinwand aus Blech 🙂

P.S. Wer die Legofigur findet, darf sich ob seiner guten Augen freuen 😉